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Kriterien von Polyester-Werkstoffen bei Schwimmbecken

Planung und Ausführung von Polyester-Werkstoffen im Schwimmbeckenbau

Quellen:

links - https://www.rivierapool.com; rechts - http://www.odenwald-pool; mitte - https://www.rivierapool.com

Allgemeine Praxishinweise

Grundsätzlich gilt gemeinsam für Polyester-GFK-Schwimmbecken, Polyester-GFK-Schwimmbecken-Handlaminatauskleidungen und nachträgliche Sanierungen mit Polyester-GFK-Becken-Beschichtungen, dass im Bäderbau insgesamt gesehen, sämtliche Werkstoffe respektive Materialien Vor- und Nachteile besitzen. Diese Grundkenntnisse sollten - zwecks fachgerechter und vorschriftsmäßiger Planungs-Berücksichtigung – vor einer endgültigen Produktentscheidung bekannt sein. Bei einer derartigen langfristigen Investition sind nämlich zusätzliche Eignungs-Informationen an Hand aussagefähiger Firmen-Reverenz-Objekte empfehlenswert und ggf. darüber hinaus die weitere Hinzuziehung von fachkompetenter Beratung mit ausgewiesen Praxiskenntnissen auf diesem speziellen Fachgebiet.

Bevor man sich für das Produkt eines bestimmten Herstellers entscheidet ist es sinnvoll und empfehlenswert sich sowohl über die Firma als auch über deren Lieferumfang zu informieren. Dieses gilt insbesondere auch für das gesamte Lieferprogramm respektive, dass vom Produkthersteller in seinem Portfolio- Lieferprogramm mit angebotenen Montage-Equipment als ein insgesamt zueinander passendes System. Dieses betrifft ggf. die Beckenstatik mit der tragenden Konstruktion, Beckenrand-Anschlüsse an die Abdichtung des Beckenumgangs, Beckeneinbauteile und insbesondere auch die bauseits vom Auftraggeber zu erbringenden Zusatzleistungen. Dieses können z. B. die statische Bodenplattenausführung sein sowie ggf. die seitliche Beckenwand- und Treppen- Aussteifungs-Hinterfüllungen sowie evtl. zusätzliche Randbefestigungen etc. Weitere sehr wesentliche abzustimmende Klärungspunkte sind die vom Hersteller vorgegebenen und zu berücksichtigenden Montage- und Betriebskriterien und die grundsätzlich zu beachtenden physikalischen, hygienischen und chemischen Beckenwasser-Qualitätsparameter.

Nicht zuletzt auch aus Gewährleistungsgründen hat sich die Berücksichtigung der vorstehenden Hinweise und Erläuterung, dass nämlich sämtliche Montage und Befestigungs-Materialien etc. vom Beckenhersteller bzw. Beschichtungsfirma stammen sollten, in der Baupraxis hinlänglich bewährt.

Achtung: Aus bauvertragsrechtlichen Gründen ist erfahrungsgemäß ebenfalls dringend zu empfehlen rechtzeitig vor Auftragserteilungen respektive Vertragsabschluss neben den späteren Betriebsbedingungen bzw. gewünschten Nutzung auch eindeutig und zweifelsfrei die Projekt-Verantwortlichkeiten mit Zuständigkeiten zu klären und schriftlich zu dokumentieren. Dieses sollte sowohl für die Planung als auch für die Ausführung mit Bauüberwachung (Qualitätssicherung) gelten in Verbindung mit der Gewerke-Abnahme mit dazugehörenden Formalitäten wie z. B. Übergabe von Prüfprotokollen einschl. komplette Betriebs - Wartung - Pflegedokumentation usw.

Anmerkung: Bei der Planung von Schwimmbadanlagen und ggf. auch bei größeren Sanierungen sollte es eigentlich selbstverständlich sein, als Grundbasis eine aktuelle Trinkwasser-Analyse vom zuständigen Versorgungsunternehmen anzufordern. Dieses ist, wie die Praxis zeigt, in der Schwimmbad-Branche leider häufig immer noch nicht der Fall. Folglich muss man sich später auch nicht über evtl. daraus resultierende kostenträchtige Mängelschäden bei Anlagenkomponenten wundern in Verbindung mit möglichen nachfolgenden juristisch Zeit und Nerven aufreibenden Auseinandersetzungen.

Hinweise: Bei der o. g. Planung und Ausführung ist generell zu berücksichtigen, dass aus energetischen, bauphysikalischen und hygienischen Gründen die Polyester-GFK-Becken oder GFK-Auskleidungen nicht direkt im Grundwasser stehen bzw. keinen kontinuierlichen Schichtenwasser-Kontakt haben.

Vor der Ausführung von Polyester-GFK-Schwimmbecken-Handlaminatauskleidungen oder nachträglichen Sanierungen mit Polyester-GFK-Becken-Beschichtungen ist dringend eine protokolierte Dichtigkeitsprüfung des gesamten vorhandenen Verrohrungssystems zu empfehlen, insbesondere dann wenn die Schwimmbad-Leitungen unzugänglich sind. Das Vorstehende gilt sinngemäß auch für die Montage von Polyester-GFK- Fertig-Schwimmbecken mit Verrohrung nach erfolgter Montage. Dieses dient der Funktions-Sicherheit respektive um ggf. bereits im Vorwege ein Folgeschadens-Risiko zu Minimierung bezüglich evtl. späterer Leckage-Ursachen-Klärungen.

Denn nur wer tatsächlich selber mal mit der Suche bei Undichtigkeiten im doppelten Wortsinn persönlich betroffen war, weiß wie Leckortungen im Pool der Unkenntnis bisweilen enden. Übrigens ist Silicon kein geeignetes Unterwasser-Abdichtungsmittel zur Beseitigung von Leckagen - wie bisweilen immer wieder als Placebo zur Beseitigung von Baupfusch verwendet.

Zur fachgerechten planerischen Vorsorge - statt späteren Mängel-Nachsorge - gehören neben der Berücksichtigung fachgerechter Verarbeitung bzw. Arbeitsausführung auch die Beachtung der hoffentlich schriftlich vereinbarten Betriebsbedingungen, insbesondere auch im Hinblick auf die hygienischen und chemischen Beckenwasser-Qualitätsparameter im direkten Materialienkontakt. Stichworte: Osmose- und/oder Korrosion-Schäden, Verkeimungen, Oberflächen-Verfärbungen, Material-Verformungen etc.

Bei Überwinterung von Schwimmbecken im Freien erfolgt in der Regel keine Beckenentleerung sondern die frostgefährdeten Beckenränder erhalten als Frostschutz z. B. handelsübliche Einhänge-Eisdruckpolster o. ä.


Polyester-GFK-Material-Konstruktionen für Schwimmbecken

Für den Schwimmbeckenbereich gibt es folgende praxisbewährte glasfaserverstärkte Polyesterharz (GFK) Material-Konstruktionen und Ausführungsvarianten einschl. Gelcoat-Versiegelungs-Schutzschicht in unterschiedlichen Farbgebungen und ggf. mit zusätzlicher Polyurethan-Hartschaumdämmung etc.:

1. Einstück-Fertigbecken mit Konfigurationsmöglichkeiten, bauseitiger Statik-Bodenplatte

(ggf. vorkonfektioniert mit Einbauteile sowie freitragend oder hinterfüllt evtl. mit Keramikbelag)

2. Freiform-Segment-Becken mit Hartschaumkern sowie Platten-Nahtlaminat oder geflanscht

(freitragen mit bauseitigem Ringanker und Boden-Betonaufkantung etc.)

2.a Die o. g. GFK-Becken gibt es auch in Kombination mit anderen Materialien

(z. B. mit PVC-Platten, Schwimmbad-Folien usw.)

3. Ortlaminat-Beckenauskleidung auf bauseits geeignetem Untergrund

(für Neubau oder Sanierung auf Beton, vorhandenen Keramikbelag o. ä.)

4. Vorort-Beckenbeschichtung als Sanierungsmaßnahme

(für vorhandene Polyester-GFK-Schwimmbecken oder GFK-Auskleidungen o. ä.)

Schwimmbecken-Überlaufrinnenkopf-Sanierung als Sonderkonstruktion?

mit GFK-Handlaminat

Architekt: Karl Heinz Reuter

Kriterien bei Polyester-GFK-Material-Konstruktionen

Neben den bereits eingangs unter „Allgemeine Praxishinweise“ genannten Planungs- und Ausführungs-Anmerkungen sind zur weitest gehenden Vermeidung von Mängeln und Folgeschäden vor Ort - sowie auch die Bild-Dokumentation in der Folge nochmals eindrucksvoll verdeutlichen - zusätzliche spezielle theoretische und praktische Fachkenntnisse erforderlich. Die in Schwimmbecken zum Einsatz kommenden Materialien und Werkstoffe-Kombinationen müssen nachgewiesener Maßen unfallsicher, hygienisch, physikalisch und chemisch geeignet sein. Dieses gilt grundsätzlich für den öffentlichen Bäderbereich und wie ich meine - im übertragenen Sinne - ebenfalls für den Privatbereich, auch dann wenn diese Auffassung ggf. juristisch nicht ganz korrekt sein mag. Im Ernstfall liegt erfahrungsgemäß die Beweislast im Sinne der anerkannten Regeln der Technik (aRdT) bauvertragsrechtlich bei der Planung und Ausführung. Unter dem primären Aspekt der Unfall-Sicherheit gilt die hinlänglich bekannte Erkenntnis, dass Sicherheit nicht teilbar ist - siehe ggf. meinen Beitrag auf der Homepage http://christoph-saunus.de/archiv/baurecht-a-gutachten/alles-was-recht-ist-oder-auch-nicht

a) Unfallsicherheit: Gemäß der Schwimmbad-Norm DIN 19643 und den Richtlinien für den Bäderbau usw.t gelten Becken bis 1,35 m Wassertiefe als Nichtschwimmerbecken und darüber hinaus als Schwimmerbecken.  Schwimmerbecken (˃ 1,35 m Wassertiefe) müssen aus Sicherheitsgründen unterhalb von 1,20 m bis 1,35 m Wasserstand  eine Beckenraststufe mit 0,10 m bis 0,15 m Auftrittsbreite besitzen.

Entsprechend der o. g. DIN 19643 und Sicherheitsregel „Betrieb von Bädern“ der Deutschen Gesetzliche Unfallsicherheit BGR/GUV-R 108 und der europäischen Sicherheits-Norm DIN EN 15288 sowie DIN EN 13451 mit den relevanten Teilen. Bei Beckenböden ist ein max. Gefälle von 10 % erlaubt. Für den Unterwasserbereich gilt die Rutschhemmung nach GUV-I 8527 „Bodenbeläge für nassbelastete Barfußbereiche gemäß Prüfverfahren DIN 51097 z. B. im Treppenbereich (Bewertungsgruppe C ˃ 24°) und im Bodenbereich von Nichtschwimmerbecken mit Wassertiefe 0,80 m bis 1,35 m  (Bewertungsgruppe A ˃ 12°) und teilweise darunter (Bewertungsgruppe B ˃ 18°) zu berücksichtigen. Bei in Schwimmbecken führende Treppen ist das Abstandsmaß der Stufen gemäß DIN EN 13451-2 zu beachten und laut Unfallsicherheits-Regel BGR/GUV-R 108 soll die Vorderkante farblich gekennzeichnet und der Bereich drunter darf nicht zugänglich oder unterschwimmbar sein. Bei Beckenleitern muss die oberste Trittstufe bis an die Beckenwand herangeführt werden.

Weitere zu beachtende Kriterien: Bei Schwimmerbeckene  bMax. Öffnungsgröße in Schwimm- und Badebecken bis max. 8 mm und  vorzusehende Handfassen im Überlaufrinnen-Kopfbereich bzw. evtl. Haltegeländer bei sogenannten Skimmerbecken.

b) Hygiene: Gemäß der Schwimmbad-Norm DIN 19643 Teil 1 Ziffer 6.4 dürfen sinngemäß Materialien mit direktem Beckenwasser-Kontakt deren Beschaffenheit nicht beeinflussen und gegenüber Mikroorganismen und Phytoplankton indifferent sein gemäß Kunststoff Eignungs-Zertifizierung (KSW).

c) Physikalisch und Chemisch: Unabhängig der Tatsache, dass die genannten Polyester-GFK-Kunststoffmaterial in der Regel die geforderten physikalischen und chemischen Forderungskriterien erfüllen, fachgerechte Verarbeitung und vorschriftsmäßige Nutzung und Betrieb vorausgesetzt, geht es insbesondre auch um die mit dem Beckenwasser im direkten Kontakt stehenden Einbauteile aus Metall wie z. B. Ein- und Ausläufe, Treppen, Leitern, Haltegeländer, Leuchtmittel, Unterwasser-Rollladen-Abdeckungen usw.

Besonders Schadens- und Kostenträchtig sind Bausituationen bei denen ungeeignete Beckeneinbauteile mit Verrohrungen und Haltekonstruktionen, beispielweise Wellen von den o. g. Unterwasser-Rollladen-Abdeckungen aufgrund von Becken-Erdeinbau, besonders in Schwimmhallen mit gefliesten und beheizten Beckenumgängen, unzugänglich sind.

Im besagten Schadensfall wurde eine Durchlaufelektrolyse-Desinfektion installiert die einen Beckenwasser-Salzgehalt von mind. 0,3 % (ca. 1800 mg/l Chloridgehalt) benötigt und einerseits statt der zwingend notwendigen Metall-Einbauteile aus meerwasserbeständigem Bronce lediglich Rotguß-Qualität installiert und andererseits auch noch ignoriert, dass der Hersteller der Unterwasser-Rollladen-Abdeckungen den Chloridgehalt für seine Edelstahlteile auf 300 mg/l begrenzt hatte.

Klärungshinweise: In diesem Zusammenhang ist weitergehend zu beachten und ggf. mit Herstellern von glasfaserverstärkte Polyesterharz (GFK) Schwimmbecken zu klären, wenn sie ultimativ und ganz speziell die Einhaltung der chemischen und hygienischen Beckenwasser-Qualitätsparameter gemäß Schwimmbad-Norm DIN 19643 zwingend fordern. Was für den öffentlichen Bäderbereich durchaus berechtigt ist - kann jedoch für den Privatbereich insofern nicht bindend sein bzw. keine verbindliche Gültigkeit besitzen - denn Beckenwasser-Aufbereitungen entsprechen logischer Weise nicht den technisch aufwändigen Standard öffentlicher Bäder. Unter den o. g. Forderungen besteht ggf. bei Privatschwimmbecken auch dahingehend Klärungsbedarf wenn der Hersteller z. B. Beckenwasser-Chloridgehalts auf max. 300 mg/l begrenzt. In der Regel liegt nämlich die Chlorid-Begrenzung selbst beim in der Regel üblichen Einsatz von Edelstahl Werkstoff Nr. 14571 (V4A) und Rotguß o. ä. Metallwerkstoffen in Verbindung mit Trinkwasser-Beckenfüllwasser bei ca. 500 mg/l. Siehe hierzu ggf. ergänzend meinen Artikel auf der Homepage: http://christoph-saunus.de/artikel/fachbeitrag-edelstahl-nr-14571-ein-edler-werkstoff

Meer im Pool

Die folgenden Bilder von einem GFK-Polyester-Schwimmbecken mit folgenschweren Korrosionen basieren auf einer Falschplanung und noch Vielmeer! Man hatte nämlich eine Salz-Elektrolyse-Durchlauf-Desinfektionsanlage installiert die ca. 4 mg/l Salzgehalt im Beckenwasser zur Chlorherstellung benötigt. Dieses entspricht umgerechnet  0, 4% Salzgehalt  respektive ca. 2428,0 mg/l Chloride.

Zum Vergleich: Nordseewasser hat ca. 3,6% Salzgehalt = 21.600 mg/l Chloride und Ostseewasser hat ca. 1,6 % Salzgehalt = 9.600 mg/l. Die Schwimmbecken-Herstellerfirma hatte jedoch für das besagte Becken mit den Edelstahl-Einbauteilen den max. erlaubten Chloridgehalt im Beckenwasser auf 300 mg/l  = ca. 2.428,0 mg/l (ca. 0,4 % Salzgehalt) begrenzt. Bei einer fachgerechten Planung hätte man problemlos die Einbauteile aus Kunststoff-Materialien gewählt und/oder bei Metall-Einbauteile eine entsprechende handelsübliche korrosionsbeständigen Material-Qualität. Folgenschwer ist so eine gravierende Fehlplanung dann, wenn es sich um ein Hallen-Schwimmbecken mit unzugänglicher Verrohrung im Erdreich unter einem Beckenumgang mit Fliesenbelag und evtl. Fußbodenheizung handelt - wie z. B. im folgenden Schadensfall.

 

d) Herstellungshinweise: GFK-Kunststoffbecken stellt man im Regelfall in Formen her, wobei lagenweise Glasmatten und Gewebe mit Polyesterharz eine kraftschlüssige Verbindung eingehen. Die Festigkeit wird in Sandwischbauweise mittels Einlaminierung von Versteifungselementen z. B. aus o. ä. Hartschaum hergestellt. Die äußere Schutzschicht aus Gelcoat-Auftrag ergibt in Verbindung mit dem Laminatharz auf der Basis von Vinylester - bei fachgerechter Verarbeitung - eine hohe widerstandsfähige Hydrolysebeständigkeit.

GFK-Becken Schnittzeichnung Fa. Odenwald-Pool


e) Material-Eigenschaften: Beckenmaterialien sollten möglichst folgende Kriterien erfüllen:

Licht-, farb-, riss-, alterungs-und formbeständig sein

Stoß- und Kratzfestigkeit  sowie Feuchtigkeitsresistenz aufweisen

Max. zulässige Beckenwasser-Dauertemperatur beträgt in der Regel ca. 35 °C

Auf die zu beachtenden chemischen Beckenwasser-Kriterien wurde bereits eingegangen,

wobei außerdem die Beständigkeit von Metalleinbauten zu berücksichtigen ist.

Je nach Betriebs- und Umgebungseinwirkung (Sonneneinstrahlung und hohe Chlor-

und Ozonkonzentration etc.) können Polyesteroberflächen verblassen respektive kann es

zum Auskreiden kommen (siehe folgende Schadensbilder).

Planungen mit Elektrolyse-Desinfektionsverfahren sind aufgrund von evtl.

Materialverfärbungen grundsätzlich im Vorwege mit dem Produkthersteller zu klären.

Bei nicht fachgerechte Verarbeitung, insbesondere nicht vorschriftsmäßiger Gelcoat-

Schutzschicht (siehe folgende Schadensbilder) kann es ebenfalls zu materialzerstörenden

Schäden durch Osmose kommen.

(Bildquelle: Internet)

Osmose-Ursache: Bei der sogenannten „osmotischen Blasenbildung“ handelt es sich,

einfach erläutert,  um einen chemisch physikalischen Vorgang innerhalb des

glasfaserverstärkten Polyesterharzwerkstoffs bei dem Beckenwasser durch die Gelcoat-

Schutzschicht in den dahinter befindlichen nicht fachgerecht verarbeiten Materialaufbau

diffundiert. Durch den sich bildenden osmotischen Kapillar-Druck bilden sich auf der

Beckeninnenseite Blasen aus denen bei Öffnung bräunliche dunkle Harzflüssigkeit  austritt.

Dieses ist ein Material zerstörender Vorgang der werkstoffmäßig auf das vorhandene

Schadensausmaß zu untersuchen ist und sich ggf. durch entsprechende Sanierung (siehe

Bildfolge) fachgerecht beseitigen lässt. Inzwischen hat man die Osmose-Problematik im

Schwimmbeckenbau weitgehen im Griff.

Hinweise: Blasen im Gelcoat und ggf. im dahinter befindlichen GFK-Mattenlaminat basieren

auf mangelhafte Materialen und/oder Verarbeitung. Die osmotische Flüssigkeit in den Blasen

(Ameisensäure) ist bestrebt sich zu verdünnen und aufgrund der stattfindenden

Beckenwasser-Diffusion vergrößern sich die Blasen. Die dabei entstehenden, teilweise sehr

hohen Drücke im physikalischen bar Bereich treiben das Laminat auseinander und gleichzeitig

wird die Festigkeit ggf. bis zum Versagen geschwächt. Daher sollte man bereits bei Anzeichen

von Blasenbildung sofort entsprechend reagieren.


f) Verarbeitungskriterien: Bei Ortlaminat müssen die Untergründe geeignet sein

Untergrund-Haftzugmessungen sind empfehlenswert

Die Untergrund-Restfeuchtigkeit (in der Regel max. 3 %) ist zu beachten

Verarbeitungs- und Aushärtungs-Temperaturen sollen mind. 10 °C betragen

Einbauteile sind fachgerecht einzulaminieren und/oder zu Flanschen bzw. Verschrauben

Bei statischen Stützkonstruktionen für freitragende Becken ist die Eignung bzw. Material-

Korrosionsbeständigkeit zu klären und die spätere Prüfmöglichkeit sicher zu stellen

Der wichtige Punkt der fachgerechten Anschlussmöglichkeit der Beckenumgangs-Andichtung

wurde bereits erwähnt.


g) Konstruktion:

Die Materialdicken betragen je nach Produkthersteller und Einsatz bzw. Verwendung

Segmentbauweise ca. 45 mm bis 55 mm (Boden- Wandbereiche mit Aussteifung)

Ortlaminat ca. 3 mm

Fertigbecken ca. 35 mm bis 80 mm

Hinweis: Die Schichtdicken bei Fertigbecken ergeben sich je nach Hersteller, Konstruktion,

Verwendungszweck, Statik und Kostenaspekten etc. aufgrund der Sendwischbauweisen mit

Polyurethan-Hatschaumkernaufbau (Vollmaterial, Wabenaufbau usw.) bis ca. 60 mm und evtl.

beidseitiger GFK-Laminat mit Celcoat-Schicht von je ca. 3 mm.

Es gibt die Polyester-GFK-Fertigecken auch mit zusätzlichen Mosaikbelag o.ä.

Die Höhenabweichung der Überlaurinnenkante darf max. +/- 2 mm betragen

Maßabweichungen je nach Herstellerangaben bei GFK-Fertigbecken ca. +/- 2 cm

(Bildquelle: http://www.freizeittechnik.de/html/riviera_pool_sb.html)


h) Einbaukriterien: Die statisch erforderliche Gründung muss der Beckenhersteller vorgeben

Des Weiteren ist ein drainagefähiger Beckenuntergrund notwendig  um u. a. hydrostatischen

Druck auf Becken-Wände und Böden zu verhindern und um evtl. rückseitigen Material-

Wassereintrag zu vermeiden.

Beim Erdeinbau von Fertigbecken sind die Herstellervorgaben zu beachten z. B.

Baugrubengröße, Fundamentplatte, Beckenaussteifung, jeweilige Wasserstände im Becken

in Verbindung mit lagenweiser Becken-Hinterfüllung mit Materialvorgaben

Statische Beckenrandunterstützung (Ringbalkenausführung) und evtl. auch im Bodenbereich

Beckenkopf bzw. Beckenrand-Anschluss mit der Abdichtung des Beckenumgangs

Auf die Notwendigkeit der zu dokumentierenden Dichtigkeitsproben wurde hingewiesen

Das gleiche gilt sinngemäß für die Baustellenüberwachung, Abnahme, Übergabe usw.

Die Pflegeanleitungen und Überwinterungsvorgaben sowie insbesondere die Becken-

Entleerungs-Hinweise beachten z. B.  Schutzeinrichtung gegen direkte Sonneneinstrahlung

(Temperatureinwirkung etc.) Auftrieb bei Grund- bzw. Schichtenwasser usw.

Bei Metalleinbauten mit Beckenwasserkontakt z. B. Edelstahl, sind keine säurehaltigen

Reinigungsmittel erlaubt - grundsätzlich sind die Pflegeanleitung des Herstellers zu beachten.

Baugruben Situation

 

Beckenkopf-Ringbalken

 

Beckenkopf-Andichtungssituation an Beckenumgang

(Bildquelle: rivierapool Technische Informationen)

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Polyester-GFK-Schwimmbecken-Sanierungen

und Mängel

 

GFK-Oberflächen-Beckensanierung „ecoFINISH“ Firma Meyer Coatings

(Bildquelle: Schwimmbad + Sauna 9/10 2017)

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Polyester-GFK-Oberflächen-Beckensanierungen

Firma Wiegmann Schwimmbad- & Industriebeschichtungen

Projekt 1

Projekt 2

Projekt 3

Projekt 4

Projekt 5

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Polyester-GFK-Oberflächen-Beckensanierungen

Firma ODENWALD-POOL GmbH

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Sanierung von Polyester-GFK-Becken-Oberflächen-Osmose-Schaden

Firma Meyer Coatings

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Sanierung von Polyester-GFK-Becken-Oberflächen-Osmose-Schaden

Firma ODENWALD-POOL GmbH



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Polyester-GFK-Schadensbilder aus meinem Archiv

GFK-Schwimmbecken-Auskleidungschäden

mit Material- und gravierenden Hygienemängel

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Gravierende Baumangel aufgrund falschen Beckenumgangs-Abdichtungsanschluss

bei einem Polyester-GFK-Becken

(Beckenwasseraustritt in den Beckenumgang mit Folgeschäden)

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Mangelhafter Abdichtung-Anschluss

an den Beckenumgang eines Polyester-GFK-Garten-Schwimmbeckens

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Baupfusch

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Diverse Temperatur bedingte Risse

in einer GFK-Beckenauskleidung

aufgrund von längerer direkter Sonneneinstrahlung

in einem entleerten Freiform-Becken

 

Grundriss vom obigen Becken

 

 

 

Zur Verdeutlichung:

Auch bei GFK-Schwimmbad-Filtern

kann es folgenschwere Osmose-Mängelschäden geben.