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Planung und Ausführung von Folien-Schwimmbecken

(Bildquelle: www.schwimmbecken-shop.de)

Robinson club

Folien Schwimmbecken Robinson Club Fuerteventura und Ferienzentrum Weissenhäuser Strand

Zu Abdichten von Schwimmbecken ist die Verwendung von Schwimmbad-Folien durchaus üblich und steht in der Regel auch im gebotenen Preisleistungsverhältnis. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass sämtliche Schwimmbecken-Abdichtungssysteme respektive Beckenkonstruktionen ihre spezifischen Vor- und Nachteile besitzen.

So beträgt die Lebensdauer von Schwimmbadfolien je nach Standort, Belastung und Pflege etc. grob geschätzten bei ca. 10 Jahren und in Hallenbädern entsprechend höher.

Achtung: Aus bauvertragsrechtlichen Gründen ist erfahrungsgemäß dringend zu empfehlen rechtzeitig vor Auftragserteilungen respektive Vertragsabschluss neben den späteren Betriebsbedingungen bzw. gewünschten Nutzung auch eindeutig und zweifelsfrei die Projekt-Verantwortlichkeiten bzw. Zuständigkeiten zu klären und schriftlich zu dokumentieren. Dieses gilt sinnvollerweise sowohl für die Planung als auch die Ausführung mit Bauüberwachung (Qualitätssicherung) einschl. Abnahme mit dem dazugehörenden Formalitäten inkl. Übergabe von Prüfprotokollen, sowie der kompletten Betriebs - Wartung - Pflegedokumentation usw.

Anmerkung: Bei der Planung von Schwimmbadanlagen und ggf. auch bei größeren Sanierungen sollte es eigentlich selbstverständlich sein, als Grundbasis eine aktuelle Trinkwasser-Analyse vom zuständigen Versorgungsunternehmen anzufordern. Dieses ist, wie die Praxis zeigt, in der Schwimmbad-Branche leider in der Regel immer noch nicht der Fall. Folglich muss man sich später auch nicht über evtl. daraus resultierende kostenträchtige Mängelschäden an Anlagenkomponenten mit möglichen nachfolgenden juristisch Zeit und Nerven aufreibenden Auseinandersetzungen wundern.

Hinweis: Bevor man sich für das Produkt eines bestimmten Herstellers entscheidet ist es sinnvoll sich sowohl über die Firma als auch über das besagte Produkt zu informieren. Dieses gilt insbesondere über das gesamte Folien-Lieferprogramm respektive, dass vom Folienhersteller in Ihrem Portfolio- Lieferprogramm mit angebotenen Montage-Equipment als ein zueinander passendes System. Nicht zuletzt auch aus Gewährleistungsgründen hat sich die Berücksichtigung der vorstehenden Erläuterung in der Praxis hinlänglich bewährt wenn, dass nämlich sämtliche Montage und Befestigungs-Materialien etc. von der Folienherstellerfirma stammen sollten.

Die gebräuchlichsten Folien sind aus Thermoplastischen PVC-P Werkstoff wobei es auch Produkte aus flexiblen Polyolefinen (FDP) gibt die jedoch Verarbeitungs-Spezialkenntnisse erfordern.

Es gibt die Folien in der üblichen Qualität gewebeverstärkt mit 1,5 mm Dicke und auch 1,2 mm zum Heißluftverschweißen oder Quellverschweißen mit Nahtversiegelung.

Als kostengünstige Schwimmbeckenvariante gibt es Becken als preiswerte Bausätze bzw. Fertigbecken aus Styropor-EPS-Steinen, Stahlblechmantel o. ä. mit vorkonfektionierter Einhänge-Folie in 8 mm Dicke ohne Gewebeverstärkung mit sogenannter Biesen-Randbefestigung.

Unter Folie befindet sich in der Regel ein Polyester Vlies Biozid bzw. Fungizid  imprägniert als Schutz- und Trennlage mit Gewichtseinheiten von  ca. 300 g/m² bis ca. 560 g/m².  Die Verbundbleche zur Folienfixierung sind je nach Lieferant verzinkt mit PVC-P Kunststoffbeschichtung ggf. rückseitig lackiert.

Da Schwimmbeckenfolien bekanntlich nicht wasserdicht sind diffundiert  folglich Wasser durch die Folie. Da es bei Stagnationswasser hinter einer Folie zu unhygienischen Verkeimungen kommen kann mit evtl. Folien-Verfärbungen, ist eine Beckenkonstruktion erforderlich, bei dem sich evtl. anfallende Wasser drucklos entwässert. Bei WU-Betonbecken ist im Beckenboden eine sogenannte Sekundär-Entwässerung mit kontrolliertem Auslauf unter der Folie vorzusehen. Diese dient dann gleichzeitig auch zur Folien-Dichtigkeits-Kontrolle. Diese Abläufe müssen so konstruiert sein bzw. eingebaut werden, dass das anfallende Wasser problemlos abläuft.

Was häufig nicht berücksichtigt wird ist die Tatsache, dass auch bei entsprechender Temperaturdifferenz im Folienbereich auch noch zusätzlich Kondensat anfallen kann, welches ebenfalls zu entwässern ist. Die Ursache von dunklen Folien-Verfärbungen basieren in der Regel auf Mikroorganismenbildung im Feuchtmilieu hinter der Folie mit nachfolgendem Absterbeprozess o. ä. Hierbei ist es durchaus möglich, dass dunkle Verfärbungen innerhalb der Folie plötzlich verblassen und an anderen Stellen neu entstehen.

Anmerkung: Welche Inhaltsstoffe thermische Schwimmbadfolien zum Schutz gegen organischen Pilz- und Algenbewuchs sowie Mikrobenbelastungen etc. aufweisen ist in der Regel nicht bekannt. Ein Hinweis in die Richtung ist ggf. die Tatsache, das Schwimmbad-Folien nicht als Teichfolien verwendet werden sollen, respektive nicht in Verbindung mit Fischbecken z. B. für teure Kois o. ä.

Hinweise: Die o. g. Schwimmbecken sollen grundsätzlich aus energetischen, bauphysikalischen und hygienischen Gründen nicht direkt im Grundwasser stehen bzw. keinen kontinuierlichen Schichtenwasser-Kontakt haben.

Vor der Folienverlegung sollte ein Dichtigkeits-Prüfprotokoll von der ausführenden Schwimmbadfirma für Ihr Verrohrungssystem bzw. von ihren montierten Leitungs-Systemen vorliegen. Dieses dient der Funktions-Sicherheit und ggf. auch bereits im Vorwege zur Minimierung das Risiko bei evtl. späteren Ursachen-Klärungsproblemen in Verbindung mit Schwimmbecken-Leckagen. Nur wer selber mal mit der Suche nach Undichtigkeiten bei Folien-Beckenauskleidung im doppelten Wortsinn betroffen war, weiß trotz Vakuum-Saugglockeneinsatz wie Leckortungen im Pool der Unkenntnis bisweilen enden

Die Vorsorge beginnt mit der für die Verwendung von vorschriftsmäßigen und fachgerechten Folien-Durchdringungs- und Abdichtungskomponenten ggf. in Abstimmung mit Folienhersteller geht über die Vorschriftsmäßige Verarbeitung und endet mit dem dokumentierten Dichtigkeits-Protokoll.

Übrigens ist Silicon kein geeignetes Unterwasser-Abdichtungsmittel zur Beseitigung von Leckagen - wie bisweilen immer wieder als Placebo zur Beseitigung von Baupfusch verwendet.

Bei der Überwinterung von Schwimmbecken mit Folienabdichtung erfolgt grundsätzlich keine Beckenentleerung sondern die frostgefährdeten Beckenränder erhalten als Frostschütz z. B. handelsübliche Einhänge-Eisdruckpolster.

Vorsicht Gutachter-Härtefall: Übrigens gibt es triviale Gutachter- Behauptungen im Zusammenhang mit Schwimmbad-Folienfaltenmängeln bei denen man sich an den Kopf fasst und dabei ins Leere. Man lese und staune beim folgenden Gutachten-Kontext: Bei loser Folien-Verlegung - ohne rückseitige Verklebung mit dem Untergrund – lassen sich aufgrund von thermischen Längenänderungen keine Faltenbildung vermeiden. Offensichtlich kennt der Gut- oder wohl treffender Schlechtachter als Multifunktionaler für Gebäudeschäden nicht einmal die Verlegerichtlinien mit Schutz-Vlies-Anordnung hinter der Folie. Woher denn wohl auch als Multifunktionaler der in fremden Revieren entweder herumwildert oder herumirrt? Was wundert, wenn ihm auch das bauphysikalische Standardwissen über den Unterschied beim evtl. Wasseranfall hinter Folien fehlt, nämlich zwischen den Begriff Kondensat aufgrund von Temperaturunterschiede auf beiden Folienseiten und durch Folien-Dampf-Diffusion.

Bingo: So nun kennen sie auch den Unterschied zwischen Sach- und Schwachverständige!

Um den evtl. Wasseranfall durch Wasserdampfdiffusion zu bestimmen gab es in der alten DIN 16726 Ziffer 5.15 Kunststoff-Dachbahnen; Kunststoff-Dichtungsbahnen; Prüfungen Annäherungs-Berechnungsformeln  welche sich auf ein Klima (23°+/-1° C) und Luftfeuchtigkeit (85% +/-2°) beziehen, ohne jedoch weitere Parameter wie z. B. Wassertemperatur, -tiefe, -chemie etc. - die ggf. nicht unbedeutend sein können - zu berücksichtigen.

 

Allgemeine Unfallsicherheitskriterien

Die in Schwimmbecken zum Einsatz kommenden Materialien und Werkstoffe-Kombinationen müssen nachgewiesener Maßen unfallsicher, hygienisch, physikalisch und chemisch geeignet sein. Dieses gilt grundsätzlich für den öffentlichen Bäderbereich und wie ich meine - im übertragenen Sinne - ebenfalls für den Privatbereich, auch dann wenn diese Auffassung ggf. juristisch nicht ganz korrekt sein mag. Im Ernstfall liegt erfahrungsgemäß die Beweislast im Sinne der anerkannten Regeln der Technik (aRdT) bauvertragsrechtlich bei der Planung und Ausführung. Unter dem primären Aspekt der Unfall-Sicherheit gilt die hinlänglich bekannte Erkenntnis, dass Sicherheit nicht teilbar ist - siehe ggf. meinen Beitrag auf der Homepage http://christoph-saunus.de/archiv/baurecht-a-gutachten/alles-was-recht-ist-oder-auch-nicht

Unfallsicherheit:

Gemäß der Schwimmbad-Norm DIN 19643 und den Richtlinien für den Bäderbau usw.t gelten Becken bis 1,35 m Wassertiefe als Nichtschwimmerbecken und darüber hinaus als Schwimmerbecken.  Schwimmerbecken (˃ 1,35 m Wassertiefe) müssen aus Sicherheitsgründen unterhalb von 1,20 m bis 1,35 m Wasserstand  eine Beckenraststufe mit 0,10 m bis 0,15 m Auftrittsbreite besitzen.

Entsprechend der o. g. der Schwimmbad-Norm DIN 19643 und Sicherheitsregel „Betrieb von Bädern“ der Deutschen Gesetzliche Unfallsicherheit BGR/GUV-R 108 und der europäischen Sicherheits-Norm DIN EN 15288 sowie DIN EN 13451 mit den relevanten Teilen. Bei Beckenböden ist ein max. Gefälle von 10 % erlaubt. Für den Unterwasserbereich gilt die Rutschhemmung nach GUV-I 8527 „Bodenbeläge für nassbelastete Barfußbereiche gemäß Prüfverfahren DIN 51097 z. B. im Treppenbereich (Bewertungsgruppe C ˃ 24°) und im Bodenbereich von Nichtschwimmerbecken mit Wassertiefe 0,80 m bis 1,35 m (Bewertungsgruppe A ˃ 12°) und teilweise darunter (Bewertungsgruppe B ˃ 18°) zu berücksichtigen. Bei in Schwimmbecken führende Treppen ist das Abstandsmaß der Stufen gemäß DIN EN 13451-2 zu beachten und laut Unfallsicherheits-Regel BGR/GUV-R 108 soll die Vorderkante farblich gekennzeichnet und der Bereich drunter darf nicht zugänglich oder unterschwimmbar sein. Bei Beckenleitern muss die oberste Trittstufe bis an die Beckenwand herangeführt werden. Weitere zu beachtende Kriterien: Max. Öffnungsgröße in Schwimm- und Badebecken bis max. 8 mm und vorzusehende Handfassen im Überlaufrinnen-Kopfbereich bzw. evtl. Haltegeländer bei sogenannten Skimmerbecken.


DELIFOL  (DLW)

Schwimmbecken-Folien-Kriterien

aus Verlegeanleitung www.delifol.com

PVC-P Schwimmbeckenfolie antimikrobiell in rissfestem gewebeverstärkten Dichtbahnen Breite: 1,30 m, 160 m und 2,00 m  Länge: 25 m bzw. 16,20 m, Dicke 1,5 mm in diversem Color und Dekor. Produktqualität in Anlehnung DIN EN 15836-2.

Dampfdiffusions-Aussage der Firma DLW: Die Wasserdampf-Durchlässigkeit nach DIN 53122-1 beträgt bei DLW delifol NG-Dichtbahnen 1,60 g/m² x d. Die Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl nach DIN 16726 liegt bei ca. 16000.

Laut DLW ist die besagte Folie als wasserdicht - jedoch dampfdiffusionsoffen einzustufen. Die Mindest-Verlege-Umgebungstemperatur beträgt ca. 15°C und die max. Dauer-Beckenwassertemperatur 34°C. Über 1,35 m Beckenwassertiefe werden rutschhemmende Beckenbodenbeläge gemäß Merkblatt GUV-18527 Bewertungsgruppe A, B und C gefordert.

Planungskriterien

Verlegekriterien

Pflegeanleitung


Weitere Schwimmbecken-Folienhersteller

und Literatur :

RENOLIT  ALKORPLAN  Verlegeanleitung

http://www.alkorplan.de/bilder-schwimmbad/



ELBTAL PLASTIKS

http://www.elbtal-plastics.de/de/schwimmbadfolie.html


Firma Reinhard Plast

http://www.rp-poolsysteme.de/pdf/RP_Broschuere_de.pdf


Fachbuch:

Schwimmbäder Planung-Ausführung-Betrieb

Krammer-Verlag

Autor:Christoph Saunus

Regelwerke:

DIN 16726- 2017 - 8  Kunststoffbahnen – Prüfungen

Bundesverband Schwimmbad & Wellness (bws) Richtlinie:

„Kunststoff-Folienauskleidung für Schwimmbecken“

Teil 1: Auskleidung von Schwimmbecken mit PVC-P-Bahnen

Montageanleitung: Hersteller und Firmen-Videos und YouTube

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Mängel und Schäden bei Schwimmbeckenfolien

aufgrund nicht fachgerechter

bzw. vorschriftsmäßiger Planung und Verlegung

mit erfolgter Sanierung

(Bilder von Projekten 1 bis 3 Firma Pool Kuschel)


Projekt 1

Schwimmbecken-Folien-Sanierung

Projekt 2

Schwimmbecken-Folien-Sanierung

Projekt 3

Schwimmbecken-Folien-Sanierung

Projekt 4



Projekt 5

Projekt 6

Projekt 7

Projekt 8

Bilder aus dem Internet

(Bildquelle: delfin-wellness.at)

(Bildquelle: pooldoktor.at)

(Bildquelle: schwimmbadbau-baltes.de)

(Foto: Mühlenbad - Die Arbeiten im Bad Großörner haben begonnen)


Eigene Archiv-Bilder

ergänzend zu den Fotos Projekte 4 bis 8


Mangelhafte Folien-Beckenrand-Befestigung

bei einen Freibad mit hinterläufigem Niederschlagswasser respektive Regenwasser

aufgrund fehlender Beckenumgangs-Abdichtung

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Folien- Sanierungs-Schaden

 

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Ausgediente Schwimmbecken-Folie aus den 80er

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Zu entsorgende Schwimmbecken-Folie

 

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