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Die Zucht von Zierkarpfen erfreut sich großer Beliebtheit und Schwimmbadunternehmen liefern die Technik. Was alles bei einer intelligenten Wasseraufbereitung technisch physikalisch zu berücksichtigen ist, damit sich der kostbare Koi munter wie ein Fisch fühlt, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Koi - die Zierfische für den großen Geldbeutel

Damit der unbedarfte Laie überhaupt eine Vorstellung davon bekommt, wievielwohlhabende Koi- Liebhaber bereit sind, in ihr Hobby zur Steigerung der persönlichen Lebensqualität zu investieren, verdeutlichen schier unglaubliche Spitzenpreise in Japan von bis zu drei Millionen Mark für außergewöhnliche Prachtexemplare.

Die Koi haben eine Lebenserwartung - bei optimaler Wasserqualität – zwischen 30 - 60 Jahren. In Japan werden die Grand Champions nicht nur wie kostbare Juwelen gehandelt, sondern auch so liebevoll behandelt, da der Verlust einem finanziellen Schicksalsschlag gleichkommt. Auch bei uns ist man inzwischen bereit, für wunderschöne Koi 60000 Mark und mehr zu zahlen. Außenstehende fragen sich mitunter, was die Faszination der Koi ausmacht, bzw. worauf die außergewöhnlich hohen Preise basieren. Das Ruhe und zugleich Harmonie ausstrahlende visuelle Koi-Erlebnis in Verbindung mit der einzigartigen Farbpracht übt beim Betrachten der fast majestätisch durchs Wasser gleitenden Zierfische eine inspirative Faszination aus. Darüber hinaus entwickelt sich mit der Zeit zwischen dem Koi und seinem stolzen Besitzer eine sehr starke Bindung sowie sensible Vertrautheit.

Faszination Koi

Wie Walter Feiertag, ein erfahrener Koi-Experte und mehrmaliger Championsieger begeistert schwärmt, erkennen Koi bereits am Gang akustisch ihren Herrn, indem sie sofort neugierig auftauchen und sich anschließend ohne jegliche Scheu liebevoll streicheln lassen. Übrigens hat der engagierte Koi-Züchter der Firma Magic-Koi die im Beitrag ausführlich beschriebene Mehrkammer-Filteranlage nicht nur konzipiert, sondern auch selbst erfolgreich vor längerer Zeit bei sich im Gartenteich realisiert. Die wesentlichen Beurteilungs- Kriterien bei Koi sind:

  • Körperform

  • Hautbeschaffenheit

  • Farbintensität

  • Zeichnung

  • Eleganz & Gesamteindruck.

Bei Laien entscheidet häufig die emotionale Ebene, d.h. die Zeichnung und die Farbesind primäre Merkmale, wogegen im Mutterland Japan vorrangig Wert auf eine voluminöse, fast plumpe Körperform mit einer farblich sehr dichten, glänzenden Haut

besonders Wert gelegt wird.

Zur Info: Unter den mehr als 3 000 deutschen Koi-Haltern und -Züchtern gibt es auch etliche, die aus ökonomischen Gründen eine kostengünstige Koi-Variante, den hier gezüchteten sogenannten „Euro-Koi", eine Kreuzung des japanischen Koi mit dem europäischen Karpfen, schon für 30 Mark anbieten. Die Qualität dieser Koi kommt, ohne heimischen Züchtern dabei zu nahe treten zu wollen, nicht annähernd an die 200-jährige Traditionszucht der Japaner heran.

Das liegt auch wohl darin begründet, dass bei uns gar nicht die Zuchtmöglichkeiten, bzw. Kapazitäten vorhanden sind. Denn ein Koi laicht nach der Paarung ca. 3 Millionen Eier, von denen mit äußerst erfahrenem Profiblick später jeweils nur ca. 30 - 40 Exemplare tatsächlich als engere Wahl in der Zucht verbleiben.Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Qualitäts- Selektion sehr schwierig ist, da die für einen Laien meist als hässlich empfundenen Jungfische sich später als Champion entwickeln. Aufgrund der sehr aufwendigen Zucht ist auch die verstärkt auf den europäischen Koi- Markt drängende Qualität aus Israel oder Südafrika nichtunbedingt vergleichbar mit der aus Japan.

In professionell ausgerichteten Farmen werden nicht nur aus Japan importierte Koi artengerecht aufgezogen, sondern inzwischen ist man - wie bereits erwähnt – auch schon bei uns bemüht, qualitätsbezogene Fischzucht zu betreiben. Dass es noch ein weiter Weg ist, bis man auch bei uns an die seit vielen Jahrzehnten gewachsene fernöstliche Tradition anknüpfen kann, liegt auf der Hand.

Auflagenstarke Fachzeitschriften in Hochglanzdruck, wie z.B. Koi-Kurier und regelmäßig stattfindende nationale und internationale Championate - wie z.B. die Inter Koi Europa Championat am 24. und 25. Juni in Duisburg - sorgen jedoch dafür, dass die Koi-Branche nicht nur PR-mäßig hervorragend im Markt präsentiert ist, sondern sich seit vielen Jahren auch in einem unvermindert anhaltenden Boom befindet. Und die weiteren Prognosen des „Wirtschaftsfaktors Koi" sehen sehr positiv aus, was in einer Zeit wirtschaftlicher Stagnation, in der wir uns seit langem befinden, eine nicht alltägliche Nachricht ist.

Damit die Entwicklung um den Koi weitgehend in seriösen Bahnen verläuft, gibt es den Verband Deutscher Koihändler e.V., in dem alle Mitglieder die gesetzlich geforderte Gewerbeanmeldung besitzen und obendrein auch noch einen entsprechenden Sachkundenachweis gemäß § 11 des Tierschutzgesetzes haben.

Bezug zur Schwimmbadtechnik

Trotzdem soll es, wie zu hören, bedauerlicherweise immer wieder Fälle geben, wo ominöse Händler beim Koi- Kauf die Spritze mit Antibiotikum gleich mitliefern, statt ihren Kunden gesunde Fische zu verkaufen mit entsprechend artengerechter Pflegeanleitung.

Spätestens bis zu diesem Zeitpunkt fragt sich der Leser zwangsläufig, was ein Bericht über Koi denn in einem Magazin wie Schwimmbad & Sauna zu suchen hat. Die Frage ist eigentlich sehr einfach zu beantworten, denn es sind beides artverwandte Bereiche, und das nicht nur, weil auch der Mensch ursprünglich aus dem Lebenselement Wasser stammt. Wasser, Wasseraufbereitung, ästhetische Attraktionssteigerungen und bisweilen auch das Schwimmen im Koi-Teich selbst sind augenfällige Gemeinsamkeiten. Folglich ist nicht verwunderlich, wenn einige Schwimmbadbauer als zweites Standbein sehr erfolgreich ein Koi- Center betreiben und auch umgekehrt. Denn auf der boomenden Koi-Dauerwelle ist immer noch genügend Platz für seriöse Mitschwimmer.

Beginnen wir also mit dem Wasser, oder treffender mit der Wasserqualität. Die Sicherung der Wasserqualität in Koi-Teichen oder Koi-Aquarien darf, im Gegensatz zum Schwimmbadbereich, nicht mit Hilfe von Desinfektions- Chemikalien erfolgen. Hierdurch würde nämlich nicht nur ein latentes Gesundheitsrisiko bei den Koi bestehen, sondern gleichzeitig auch die permanente Gefahr einer Zerstörung der biologischen Teichflora, wobei es im schlimmsten Fall sogar zu einer pflanzlichen Giftstofferzeugung kommen kann.

Da der Chemismus des Wassers in Koi-Teichen nicht durch Desinfektionsprodukte verändert werden darf, kommen bei der Koi-Teich-Wasseraufbereitung in der Regel auch keine chemischen, sondern ausschließlich nur biologische, mechanische und/oder physikalische Wasseraufbereitungsverfahren zur Anwendung. Aufgrund langjähriger praktischer Erfahrungen hat sich die in der Folge näher beschriebene Verfahrenstechnik als sinnvoll herausgestellt. Selbstverständlich gibt es darüber hinausgehend mittlerweile die verschiedensten Systemvarianten, die – entsprechend den örtlichen Gegebenheiten, bzw. den jeweiligen Erfordernissen – durchaus ihre Daseinsberechtigung haben. Schließlich ist die Wasseraufbereitung auch eine Preisfrage, an der man sich gezwungenermaßen wohl oder übel orientieren muss.

Wasser-Parameter im Koi-Teich

Da der Koi-Teich kein sich selbst regulierender Bio-Gartenteich ist, sondern ein anspruchsvolles, mit Leben erfülltes Wasserlandschafts- System, sind für den fachgerechten Betrieb - ähnlich wie auch beim Schwimmbad - wasserchemische Grundkenntnisse notwendig, darüber hinaus aber auch noch biologisches Grundwissen.

Für die artgerechte Pflege der Koi ist eine möglichst optimale Wasserqualität anzustreben. Das beginnt mit dem Sauerstoffgehalt im Wasser, den der Koi als Lebensgrundlage benötigt. Da der Sauerstoffgehalt im Koi-Teich nur minimal vorhanden ist – im Idealfall liegt er bei 0,02 Promille, das heißt 1 Gramm Sauerstoff in 50 Liter Wasser - kann es sehr schnell durch diverse Einflussfaktoren zu Mangelsituationen kommen. Auch die Bakterien in der biologischen Filterstufe benötigen Sauerstoff. Folglich bedient man sich der im Beitrag beschriebenen sauerstoffanreichernden Hilfsmittel.

Da Fische über ihre Schuppenhaut auch permanent Wasser aufnehmen und wieder ausscheiden, werden automatisch im Wasser enthaltene Schadstoffe (z.B. Nitrit) aufgenommen und es kann so zu gesundheitsschädlichen Schadstoffanreicherungen im Fisch kommen, obwohl die Konzentration im Wasser selbst ungefährlich ist. Bedingt durch Stoffwechselvorgänge aufgrund der Fütterung kommt es bei den Fischen zu regelmäßigen Ausscheidungen von Abbauprodukten, die über eine fachgerechte Beckenwasser-Aufbereitung wieder aus dem Wasser gefiltert werden müssen, da die Regenerierung des Koi-Teiches hierzu erfahrungsgemäß nicht in der Lage ist. Das gleiche gilt in der Regel sinngemäß auch für die Beseitigung, bzw. den Abbauprozess durch zusätzlichen äußeren Belastungseintrag wie z.B. Blätter, Blütenstaub etc.

Daneben sind selbstverständlich auch bestimmte chemisch thermische Wasserwerte einzuhalten. So ist zum Beispiel die Wassertemperatur - möglichst ohne kurzzeitige Temperaturschwankungen - für die Stoffwechselvorgänge, bzw. für das Wohlbefinden der Fische von großer Bedeutung. Die Koi bevorzugen, nicht zuletzt aufgrund des Temperaturniveaus ihrer Ursprungsheimat, Wassertemperaturen zwischen 22° C bis 28° C.

Kurzzeitige pH-Wert- Schwankungen aufgrund von pflanzlichen Aktivitäten (Tag und Nacht Schwankungen) bedeuten für Koi nicht nur erheblichen Stress, sondern daneben ist auch die Giftigkeit z.B. von Ammonium/Ammoniak stark pH-Wert abhängig. Zur Verdeutlichung: Bei 20° C und einem pH-Wert von 7,0 beträgt der Ammoniakanteil ca. 1%, bei pH-Wert 8 ca. 9% und bei pH-Wert 9 bereits ca. 29%.

Zum Ammonium ist folgendes zu sagen: Gesundheitsschädliche Ammoniumverbindungen werden von bestimmten Bakterien als Lebensgrundlage zu unschädlichenNitrat „verdaut". Ist jedoch der Sauerstoffgehalt im Wasser zu gering und/oder Ammoniak und Nitrit im Übermaß vorhanden, wird nicht nur die bakterielle Tätigkeit gehemmt, sondern es kann auch relativ schnell zu Kollabierungen im biologischen Filterbereich kommen. Die Folge ist die Entstehung von fischgiftigen Konzentrationen von Ammoniak und Nitrit. Folglich sollte der Gesamtammoniumgehalt im Wasser nicht nachweisbar sein.

Das bereits erwähnte Nitrit ist sehr fischgiftig, da es das Hämoglobin des Blutes in Methämoglobin umwandelt, so dass der Sauerstofftransport im Blut gestört ist, mit tödlichen Folgen aufgrund von akutem Sauerstoffmangel. Erfahrungsgemäß sollte der Nitritwert im Wasser generell unter 0,1 mg/1 liegen. Steigt der Wert über 0,15 mg/1, ist als sinnvolle Sofortmaßnahme ca. 1/3 des Teichwassers auszutauschen. Die Aufkonzentrierung des Teichwassers mitjodfreiem Salz von 0,3% (3 kg/10001) ist nur als äußerste Notlösung anzusehen. Darüber hinaus ist auf jeden Fall die Ursache zu ergründen, z.B. biologische Filterstörung, zu hoher Fischbestand etc.

Nun kurz zum Nitrat: Nitrat ist ein ungiftiges Endprodukt des Eiweißabbaus im Filter. Folglich gibt der Nitratwert Aufschluss darüber, wann die Aufnahmekapazität des Wassers erreicht ist. Nitrat dient zwar den Pflanzen als lebensnotwendiger, wachstumsfördernder Dünger, kann jedoch aufgrund zu hoher Werte zu einer Überdüngung mit der Folge eines unkontrollierten Algenwachstums führen. Die darauf resultierenden krankheitsfördernden Wechselwirkungen können beispielsweise Sauerstoffmangel, pH-Wert- Schwankungen usw. sein. Bei Nitratwerten von ca. 150 mg/1 ist ein Teil-Wasserwechsel sinnvoll, wobei zu beachten ist, dass gemäß Trinkwasser- Verordnung bemerkenswerte Nitratwerte um ca. 50 mg/1 im Trinkwasser noch erlaubt sind.

Die Wasserhärte hat im Teichwasser nicht die Bedeutung wie im Schwimmbad, wobei erfahrungsgemäß die optimale Gesamthärte bei 15°dH liegt. Der bereits aus dem Schwimmbadbereich bekannte Redoxwert ist zweifelsohne auch ein interessanter Hilfsparameter hinsichtlich des mikrobiologischen Zustandes des Koi-Teiches. Mit zunehmender Wasserbelastung aufgrund von Fäulnisprozessen o.a. sinkt bekanntlich die Redoxspannung. Da Teichwasser mit einem Redoxpotential von 150 bis 350 mV bereits optimal ist, sollte dieser in der Regel von daher in etwa zwischen 150 bis 250 mV liegen. Es sei noch darauf hingewiesen, dass sich die o.g. chemischen Koi- Teichwasserwerte analytisch mit Indikatorstäbchen oder der Tropfenmethode messen lassen, bzw. mit Hilfe handelsüblicher elektronischer Messgeräte.

Eine entscheidende Grundsatzfrage ist zunächst die Ausführung der Koi-Teichanlage selbst. Ein einfacher Folienteich ist zweifelsohne die kostengünstigere Lösung gegenüber einer aufwendigen, gemauerten oder betonierten, druckwasserhaltig abgedichteten Teichanlage. Der Preis für Teichfolien liegt bei 50 bis 60 DM pro irr, wohingegen der für GfK beim doppelten bis dreifachen liegt. Bei der Bestimmung der Folie ist darauf zu achten, dass die Qualität auch tatsächlich für den Teichbau geeignet ist, denn handelsübliche Schwimmbadfolien erfüllen dieses Anspruchsprofil nicht.

Bewährt haben sich neben den handelsüblichen quellverschweißten PVC-Teichfolien (1 mm 2-lagig) mit und ohne Vlies auch 1 - 2 mm starke PEHD-Folien mit materialhomogener Warmgasschweißung. Bei gemauerten Teichen sollte man als glättenden Untergrund grundsätzlich einen entsprechenden Zementputz wählen, der auf das später aufzubringende Abdichtungs- Laminat abgestimmt ist. Als druckwasserhaltige Abdichtung hat sich, wie bereits erwähnt, auch fachgerecht verarbeitetes, glasfaserverstärktes Kunststoff (GfK) als Ortlaminat aus Polyester und Epoxidharz bewährt. Es sollte möglichst in drei Schichten von 2 bis 3 mm aufgetragen werden. Es ist sinnvoll, bei der letzten sogenannten Versiegelungsschicht eine von Fischen bevorzugte dunkle Farbe, wie z.B. schwarz oder grün, zu wählen.

Bei der Verarbeitung des GfK-Ortlaminats ist die Mindest- Umgebungstemperatur > 10° C, die relative Luftfeuchte von maximal 70% sowie die vom Produkthersteller vorgegebene Material- Aushärtezeit zu beachten. Einbauteile benötigen sowohl bei Folien als auch bei anderen druckwasserhaltigen Abdichtungs-Durchdringungen entsprechende Los- und Klemmflansche, respektive bei GfK-Abdichtungen materialkonforme Laminatflansche.

Der Koi-Teich: Ein hoch sensibles Ökosystem

Die Teichgestaltung ist Geschmacksache, wobei allerdings auf einige wesentliche Kriterien geachtet werden sollte: Eine Süd-West Lage mit schattenspendender Bepflanzung erlaubt einerseits eine hervorragende Blickbeziehung mit dem Koi-Teich auch bei Sonnenschein und andererseits verhindert die Vegetation, dass die Koi einen Sonnenbrand bekommen.

Ein kaskadenförmig angeordneter Wasserfall und/oder Bachlauf als zusätzlicher Teicheinlauf ist nicht nur optisch reizvoll, sondern sorgt gleichzeitig auch für die notwendige Sauerstoffanreicherung im Beckenwasser. Besonders wichtig ist auch die richtige Wassertiefe des Teiches. Bei zu geringer Wassertiefe kann es nämlich bereits im Herbst zu beträchtlichen Temperaturunterschieden, bzw. -Schwankungen mit sehr niedriger Gradzahl kommen und im Sommer ist wiederum mit sehr großen Temperaturanstiegen zu rechnen. Da Temperaturextreme für Koi massiven Stress bedeuten, sollte die Wassertiefe mindestens zwei Meter betragen, mit möglichst nicht zu kleiner Bepflanzungs-Flachzone.

Da die Hydraulik im Teich mit entscheidend für die Wasserqualität ist, sollte man eine optimale Beckendurchströmung wählen. Je mehr Einlaufe möglichst gegenüber versetzt in den Längswänden angeordnet sind, desto besser bekommt man die horizontale Durchströmung in den Griff. Zur Wassereinströmung eignen sich richtungsverstellbare Einlaufdüsen, wie sie im Schwimmbadbereich handelsüblich sind. Bezüglich der Dimensionierung lässt sich eine Düsenleistung von ca. 3-4 rrrVh in Ansatz bringen, bei einem Düsendurchmesser nicht unter 28 mm. Ein möglichst gleichmäßiger hydraulischer Fließdruck an den Einlaufdüsen ist problemlos durch eine Verrohrung, entsprechend dem bewährten Tichelmann-Verfahren, mittels gleichmäßiger Rohrlängenaufteilung möglich.

Handelsübliche Einbauteile

Die Wasseroberflächenreinigung erfolgt meist mechanisch mit den im Schwimmbadbereich üblichen Skimmern. Die für Koi-Teiche benötigte Filtertechnik ist wegen des Verzichts von Desinfektions- Chemikalien und der wesentlich höheren biologischen Nährstoffbelastung, wesentlich aufwendiger als bei Schwimmbädern. Der Koi- Teich ist ein hoch sensibles Ökosystem, das ständig mit einem Überangebot von Nährstoffen versorgt wird. Aufgrund der hohen biologischen Belastung durch Fischfutter, Kot und natürliche Schwimmund Sinkstoffe wie Blätter u.a. entstehen permanent sauerstoffarme Sedimente.

Die sich daraus entwickelnden toxischen Stoffe wie Ammonium, Schwefel- und Phosphorverbindungen fördern nicht nur das Pflanzenwachstum, bzw. die biologische Eigendynamik von Algen (Schwebe- und Fadenalgen), sondern bewirken darüber hinaus auch noch einen Sauerstoffmangel im Beckenwasser. Dieser Teufelskreis hat wiederum negative Auswirkungen auf das Immunsystem der Fische. Bei größeren Koi- Teichen geht man daher von einer ca. dreistündigen Beckenwasser-Umwälzung aus, d.h. dass die Filterleistung ca. 1/3 des Beckenvolumens beträgt. Übertragen auf das besagte Projekt mit einem Wasservolumen von ca. 80 m³ bedeutet dies eine Filter-Umwälzleistung von rund 30 mVh. Bezogen auf die Anzahl ausgewachsener Koi geht man im Gartenteich von einem Richtwert von ca. 3 m3 Teichvolumen pro Koi aus.

Kommen wir nun zur Wasseraufbereitung im eigentlichen Sinne. Bei besagtem örtlich gebautem Mehrkammer- Filtersystem fließt das Teichwasser nach dem Schwerkraftprinzip zunächst über drei Bodenabläufe DN 100 mit einer Leistung von je 10 mVh in einen Spiralfilter (Vortex). Die drei Abläufe haben aus hydraulischen Überlegungen flächenbezogen gleichmäßige Abstände zueinander. Die Grundplatte des Teiches ist so geformt, dass sie ein sehr starkes Bodengefälle zu den Abläufen aufweist. Die drei PVC-Leitungen DN 100 sind jeweils separat sowohl zu dem Spiralfilter als auch zu einem gemeinsamen Pumpenschacht geführt. Durch Armaturenumschaltung lässt sich das Becken direkt entleeren oder das Beckenwasser fließt nach dem Schwerkraftprinzip in den erwähnten Spiralfilter.

Vortex wichtig fürdie Filtereffizienz

Bei richtiger Konzeption des Spiralfilters liegt die Abscheiderleistung von groben Schwebeteilen, Blättern, Fadenalgen usw. bei 80 – 90% der mechanischen Filterung, was die Bedeutung des Vortex für die gesamte Filtereffizienz belegt. Wegen Wasserströmung (Wasserdrall) und Trichtergefälle hat man einen Filter-Innendurchmesser von ca. 1,50 m und ein Trichtergefälle von ca. 50% gewählt. Die Sedimentationsleitung DN 100 endet mit einer automatischen Absperrung im Abwasserschacht.

Mit Hilfe der automatisch gesteuerten Motorabsperrklappe DN 100 hat man ganz bewusst eine tägliche, bzw. gegebenenfalls eine bis zweimal tägliche automatische Vortex-Reinigung gewählt, so dass die nachfolgenden Filterstufen entsprechend entlastet sind (Fischkotbeseitigung). Die ca. 2,10 m hohe Filteranlage besteht aus vier Kammern mit 1,50 m Breite und 1,50 m Länge. Aufgrund der daraus resultierenden Filterfläche von 2,25 m2 ergibt sich bei einer Filterleistung von 30 mVh eine Filterfließgeschwindigkeit von ca. 14 m/h. Hierbei gilt die Abhängigkeits- Konstante, je niedriger die Filtergeschwindigkeit, um so besser die Filterwirkung. Die einzelnen Filterkammern sind durch Überlauf-Wandelemente verbunden, die jeweils unterhalb des Filtermediums enden, um eine optimale, d.h. gleichmäßige Durchströmung der Filterkammern sicherzustellen.

Filterbürsten halten Schwebstoffe zurück

Die Filterbestückung besteht, in Fließrichtung des Spiralfilters gesehen, aus Filterbürsten zur mechanischen Entfernung von feineren Schwebstoffen. Dann folgt die Biologie, indem das vorgereinigte Wasser durch zwei Kammern mit japanischen Filtermatten fließt und anschließend durch die letzte Reinigungskammer mit Springflo. Auf den japanischen Filtermatten und dem speziellen Springflo sammeln sich u.a. Notrosomonas- und Nitrobacter-Bakterien, welche die Wasserverunreinigungen auf natürliche biologische Weise abbauen. Das mit Nitraten angereicherte Wasser fördert wiederum aufgrund seiner Düngemittelwirkung das Wachstum der Teichpflanzen. Der nitratabbauende Teichbewuchs ermöglicht jedoch ein gesundes Koi- Wachstum. Kommt es jedoch durch ein Nährstoffüberangebot zur Algenblüte oder zu vermehrtem Auftreten von Fadenalgen, ist nicht nur der Pflanzenbewuchs auszudünnen, sondern auch die Ursache zu ergründen.

Höhere Wasserqualität durch UV-Entkeimung

Damit sich im Filteraufbau keine aneroben Zonen bilden, sollte die biologische Schichthöhe bei Tongranulat o.a. nicht mehr als ca. 30 - 35 cm betragen. Im biologischen Filterbetrieb muss man abwägen zwischen größtmöglicher Oberfläche, respektive langen Standzeiten oder geringen Filterflächen und häufigerer Reinigung, sonst besteht latente Verstopfungs- und Verkeimungsgefahr.

Für die Reinigung ist es wichtig, dass jede Filterkammer einen trichterförmigen Ablauf DN 100 mit separat absperrbarer Abschlamm- und Entleerungsleitung DN 100 hat, die ebenfalls im bereits erwähnten Abwasserschacht endet, wo das gefilterte Wasser von der letzten Filterkammer über eine Stauwand mit freiem Gefälle in eine Pumvompenkammer mit vier Unterwasserpumpen fließt. Eine Pumpe fördert das Wasser zu zwei terrassenförmig angeordneten Pflanzenfiltern und von dort mit einem integrierten Wasserfall in ein Staubecken und anschließend in das eigentliche Teichbecken. Eine zweite Pumpe fördert das sogenannte Reinwasser direkt in das Staubecken und die verbleibenden zwei Unterwasser- Tauchpumpen fördern das gefilterte Wasser im Kreislauf zurück in das Tauchbecken. Hierbei wird ein Teilstrom über einen Wärmetauscher zur Beckenwasser- Nacherwärmung geführt. Darüber hinaus besteht anschlussmäßig die Option, eine UV-Entkeimungsanlage nachzurösten, um die Wasserqualität des Filtrats im Koi-Teich weiter zu erhöhen. Mit Hilfe von ultravioletten Strahlen im optimalen Wirkspektrum von 254 nm findet völlig chemiefrei und umweltfreundlich ohne schädliche Emissionen eine Abtötung bzw. Inaktivierung von Keimen und anderen Mikroorganismen (auch A l gen) auf physikalischem Wege statt. Da bei UV-Entkeimungen die Gefahr besteht, dass bei nicht fachgerechter Dimensionierung Nitrat (NO3) zu fischgiftigem Nitrit (NO2) umgewandelt wird, muss das Durchflussvolumen dem Aufbereitungssystem angepasst sein.

Wichtig: Schwermetalle, z.B. Kupfer, Silber o.a., die bisweilen in Privatschwimmbädern immer noch zur Algenvernichtung eingesetzt werden, haben in Koi-Teichen nichts zu suchen.

Die handelsüblichen kostengünstigen Kompakt-Filteranlagen für Gartenteiche basieren häufig auf Pumpenbetrieb, seltener auf Schwerkraftbetrieb. Daher sind sie in der Regel auch als Kreislaufsysteme konzipiert, indem Teichwasser mit Hilfe einer Pumpe zum Wasserfilter gefördert wird, anschließend wieder drucklos in den Teich zurückfließt. Die Filterverfahren unterscheiden sich in ihrer Technologie teilweise erheblich.

Den Turbo-Cleaner der Firma febi Aquatechnik gibt es, Normalbelastung vorausgesetzt, z.B. als Typ G20 bis zu einer Teichgröße von ca. 10 m' und den Typ G65 bis ca. 40 m1 Teichinhalt. In den relativ kleinen anschlussfertigen Polyethylen-Filtern mit einer Behälterhöhe von ca. 50 cm und einem Durchmesser von ca. 40 cm, respektive 60 cm sind alle erforderlichen Anlagen-Komponenten integriert. Das Turbo-Clean-Prinzip basiert auf physikalischem Abschäumer-Effekt. Über einem in der Pumpendruckleitung unmittelbar vor dem Filter eingebauten Injektor wird permanent Luft in das umgewälzte Wasser gesaugt. Die grenzflächenaktiven organischen Substanzen lagern sich mittels ihrer Adhäsionskräfte an das Wasser-Luftblasengemisch, das dann anschließend - einfach ausgedrückt - innerhalb des Filters über ein patentiertes Röhrensystem aufsteigt. Beim Platzen der Schaumblasen in einem Reaktor werden die aufgenommenen organischen Belastungsstoffe wieder freigesetzt und danach als Schmutzkonzentrat entsorgt.

Weitere Wasserfilter-Varianten für Gartenteiche bieten das Biofloc-System der Firma Fiap sowie die Teichfilteranlagen der Firma Koi-Center Braun. Die Filterverfahren funktionieren mechanisch biologisch auf dem Mehrkammerprinzip, wobei es die anschlussfertigen Kompaktanlagen in verschiedenen Varianten und unterschiedlichen Durchflusskapazitäten bis max. 16 mVh, bzw. bis Teichgrößen von 70 m1 und mehr gibt, die sich sowohl über als auch unter dem Wasserspiegel anordnen lassen. Darüber hinaus gibt es die Filteranlagen wahlweise auch mit der bereits erwähnten zusätzlichen UV-Desinfektion.

Noch keine Angaben zum Koi-Besatz

Was der Koi-Liebhaber in den Hochglanzprospekten der Produkthersteller allerdings schmerzlich vermisst, sind konkrete Angaben für den Koi-Besatz, abgestimmt auf die Filter-Aufbereitungsleistung. Die richtige Teichgröße in Relation zur Anzahl der Koi in Verbindung auf ein entsprechendes Filtersystem, respektive Filterleistung vermindert nicht nur Stress bei den Fischen, sondern auch bei den künftigen Koi-Teichbesitzern.

Das im Beitrag genannte Teichvolumen von ca. 3 m³ pro Koi ist nur ein grober Richtwert, da er keine Randparameter berücksichtigt, wie Bepflanzungsanteil, Filterverfahren etc. Daher ist die Koi- Branche im eigenen Interesse und insbesondere auch ihrer Kunden angehalten, für klare Wasser-Verhältnisse zu sorgen, damit ein seriöser Wirtschaftsbereich nicht unversehens eine unverdiente Rufschädigung erfährt, deren negative Folgen keiner konkret abschätzen kann.

Eisschicht als natürlicher Frostschutz

Inzwischen geht der Trend bei künstlich angelegten Gartenteichen klar in Richtung Becken wasser-Beheizung. Die Probleme bei nicht beheizten Gartenteichen sind hinlänglich bekannt: Stress der Koi durch niedrige Wassertemperatur, abrupte Temperaturschwankungen, umständlicher Transport der Koi zur Winterhaltung, Kostenaufwand für Behälter mit Zusatzeinrichtungen, zusätzlicher Platzbedarf, Frostschutzmaßnahmen beim Außenteich, etc.

Da Wasser bekanntlich bei 4° C seine größte Dichte aufweist, schwimmt das Eis folglich auch auf dem Wasser. Eine Eisschicht verhindert als natürlicher Frostschutz, dass die Temperatur in den tieferen Wasserbereichen wesentlich unter besagte 4° C absinkt. Voraussetzung für das Überleben von Koi ist daher eine Wassertiefe möglichst über 1,50 m, wobei ein niedriges Temperaturniveau von den Fischen mit Sicherheit nicht als angenehm empfunden wird. Kühlt sich das Wasser durch Belüftung, Verwirbelung o.a. weiter ab, befinden sich die ursprünglich aus gemäßigten Klimazonen stammenden Teichfische in akuter Lebensgefahr. Daher sollte man in den Wintermonaten extreme Temperaturschwankungen mit Hilfe einer relativ konstanten Beckenwasserbeheizung um ca. 6 - 8° C vermeiden.

Andererseits benötigen Koi einmal im Jahr eine ca. zweimonatige Ruhephase zur Regenerierung und dafür bieten sich nunmal ideal die Wintermonate an. Daher favorisieren einige Koi-Experten nicht primär die Winterheizung, sondern legen viel mehr Wert auf eine neun- bis zehnmonatige möglichst konstante Wassertemperierung zwischen 23 - 25° C. Daraus resultiert wiederum die Notwendigkeit einer Nachbeheizung, die jährlich je nach Witterung 6 bis 7 Monate betragen kann.

Bei tiefen Außentemperaturen schützt bereits eine einfache Abdeckung sehr wirkungsvoll vor zu großen Wärmeverlusten, bzw. zu hohem Energieverbrauch. Wichtig ist, dass die Abdeckung möglichst nicht direkt auf dem Wasser schwimmt und dass Wasserfälle und Bachläufe im Winter generell außer Betrieb.


Christoph Saunus

Schwimmbad&Sauna 9/10-2000